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Hübsche bunte Nudelschmetterlinge - oder "gestreifte Farfalle"

Wie Ihr wisst, liebe ich Nudeln und mache sie am liebsten selbst. Die Gekauften mag ich überhaupt nicht mehr, denn während diese nur "Soßenhalter" sind, bringen Selbstgemachte einen eigenen tollen Geschmack mit. Man wird einfach extrem anspruchsvoll, wenn man einmal damit anfängt. Als ich das erste Mal nach Rezepten gesucht und mich in das Thema eingelesen habe, verliebte ich mich in ein Bild von gestreiften Farfalle. Diese Schleifchennudeln mag ich eh besonders gerne und dazu noch bunt - ich fand sie wunderhübsch. Doch die gestreiften Farfalle und ich, wir haben uns lange wieder aus den Augen verloren. Aber irgendwann flatterte der gestreifte Nudelschmetterling zurück in mein Gedächtnis und ich sagte mir: Jetzt! Und ich bin wieder total verliebt!

Gestreifte Farfalle

gestreifte Schleifchennudeln

Dank des entsprechenden Equipments, den Nudelwalzen für meine KitchenAid, mache ich jetzt schon längst fleißig Tagliatelle und Spaghetti selbst. Mit Einzug des Röhrennudelvorsatzes gibt es zusätzlich Fussili, Penne und Co. Es ist herrlich, wie einfach und flott das mit ihr geht. Auch hier hat mir meine baiserfarbene Kitty sehr geholfen, auch wenn die Kür Handarbeit war. Was ich damit mache, weiß ich noch gar nicht. Nach so viel Arbeit müssen sie erst noch eine Weile einfach nur angeschaut werden. Nudeln werden ja zum Glück nicht schlecht, sondern halten sich, ordentlich getrocknet, lange. Und natürlich sind sie ein schönes Mitbringsel und Geschenk. Aber das sind selbstgemachte Pasta eh, denn der Geschmack ist einfach wesentlich besser und man schenkt mit Handgemachtem aus der Küche auch immer etwas Liebe mit.

Bunte gestreifte Farfalle

Zucchinischwemme # 1 – Sommerliche Pasta mit Zucchini und Walnüssen

Ja, ich weiß. Das letzte Rezept ist schon etwas her und ich behandle meinen Blog gerade ziemlich stiefmütterlich. Aber wie es manchmal so ist, schieben sich immer wieder andere Projekte dazwischen, nicht zuletzt der Garten. Und Musenküsse haben auch auf sich warten lassen. Aber jetzt melde ich mich dafür mitten in der bekannten Zucchinischwemme zurück.

Pasta mit Zucchini

Sechs Pflänzlein habe ich liebevoll aufgezogen und neben Kohl und Kartoffeln in mein neues Hochbeet gepflanzt. Im Gegensatz zu meinem Versuch letztes Jahr, sie in Töpfen zu ziehen, wachsen sie mir dieses Jahr regelrecht über den Kopf. Ich kann somit bestätigen, dass Zucchini Starkzehrer sind, denn ich schreibe das der frischen Erde und der extra Gabe Kompost zu Gute. Aber, ich bin richtig stolz darauf und freue mich über jede Frucht, mit der mich meine Pflänzchen ausgewachsenen immer noch wachsenden Pflanzen beglücken. Dennoch bleibt die Frage: Was damit anstellen? Montag bis Sonntag Zucchini mit Zucchini zum Frühstück, Mittag- und Abendessen? Oder doch etwas auf Vorrat? Ich habe einfach ganz banal mit einem Pastagericht angefangen.

Hier kommen aber nicht nur meine Zucchini zur Geltung. Ich habe auch noch vom letzten Herbst einen großen Korb Walnüsse aus dem Garten meiner besten Eltern, derer ich auch irgendwann mal Herrin werden möchte. Und ich habe festgestellt, dass Zucchini und Walnüsse ganz toll zusammen passen. Außerdem hat sich eine kleine erlesene Auswahl von Paprika dazu gesellt. Die kleinen roten Zipfel nennen sich „Rote Augsburger“. Ihr könnt sicher nachvollziehen, dass ich diese Pflanze als gebürtige „Augschburgerin“ haben musste. Für ein leichtes Prickeln sorgt eine „Sweet Wrinckled Old Man“. Eine Chili-Sorte, die ich nicht mehr missen mag. Sie ist nicht so scharf und hat ein fruchtiges und leicht süßliches Aroma. Es hätten auch zwei sein dürfen. Aber bei der Schärfe entscheidet Ihr mal lieber selbst.

Paprika Rote Augsburger und Chili Sweet Wrinckled Old Man

Schweinefilet im Baconmantel, ganz zart und saftig mit einem Orangensößchen und Nussbuttertagliatelle

Der Frühling macht es mir gar nicht leicht, mich um meinen Blog zu kümmern. Meine Pflänzchen sind zwar gleich angesät, aber sie möchten auch Ihre Aufmerksamkeit. Sonst war die ganze Mühe umsonst und so wird gesät, pikiert, umgetopft, gegossen… Dieses Jahr habe ich sogar ein Hochbeet bekommen, über das ich mich riesig freue. Meine Chilis, Paprikas und Tomaten kommen wieder in Kübel, aber zusätzlich gibt es Zucchini, Erdbeeren, eine neue Rosenkohl-Kohlsorte und Kartoffeln! Außerdem ziehe ich noch Tagetes, Astern und Tabakpflänzchen vor. Petunien und kleine essbare Stiefmütterchen kommen auch noch dazu. Ich hoffe, dass das auch alles was wird. Nach den Eisheiligen kommt der erste Schwung nach draußen, dann hab ich auch wieder etwas mehr Platz für neue Zöglinge.

Was kommt bei Euch an Ostersonntag auf den Festtagstisch? Für meine Familie gibt es dieses Schweinelendchen und Nussbuttertagliatelle dazu. Ich hab es bereits schon mal gemacht und fand es so lecker, dass gleich feststand „das wird mein Hauptgang!“. Mit der Niedriggarmethode ist es zart und saftig, wie es sein soll und das Orangensößchen passt sehr gut zum Frühling und natürlich zum Schweinelendchen und dem knusprigen Baconmantel. Ich hoffe meinen Lieben wird es schmecken und Ihr bekommt auch Lust es nach zu kochen und die zu verwöhnen, die Euch am Herzen liegen.

Niedriggaren

Ich mache ganz untypisch schwäbisch eine sehr reduzierte, aber eher intensive Orangensoße dazu. Durch das Niedriggaren ist das Schweinefilet nämlich so zart und saftig, dass es gar nicht in einer Soße schwimmen muss. Diese Soße ist also „nur“ das frühlingshafte Tüpfelchen auf dem „i“. Was fürs „G’schmäckle“. Und um dem wunderbaren Filet und der Soße keine Konkurrenz zu machen, gibt es dazu Nussbuttertagliatelle. Dass ich Pasta liebe, wisst Ihr vielleicht aus einem meiner älteren Beiträge. Ich mach sie gerne selbst, weil sie dann so toll schmeckt. Da mag ich dann gerne nur etwas Nussbutter dazu. Lecker, lecker! Mein liebster Eheschatz, der Beste von allen, hat letztens bemerkt, dass meine Pasta immer so zierlich ist. Ja, da hat er gut aufgepasst. Ich walze meine Pasta gerne dünn aus. Das ist Geschmackssache und hängt auch ein wenig von der Soße ab. Für dieses feine Gericht, walze ich die Tagliatelle auf Stufe 5. Dann passt auch mehr Nussbutter dazwischen.

Das tolle beim Garten mit 80°C ist, dass es sehr gelingsicher ist. Weil es ganz langsam und sanft vor sich hin gart, kann man eigentlich nichts falsch machen. So bleibt es wunderbar zart und saftig. Auch der Geschmack ist dadurch ausgezeichnet. Zudem finde ich es immer praktisch, wenn ich mein Stück Fleisch in den Ofen schieben und es „vergessen“ kann. Dann hab ich Zeit zwischendurch Küchenchaos zu beseitigen und mich um andere Dinge kümmern. Gerade, wenn man Gäste eingeladen hat ist das super, wenn ganz nebenbei etwas Leckeres aus dem Ofen kommt. Alles andere wurde schon in Ruhe vorbereitet und ist fertig. Auch die Küche ist aufgeräumt. Ich mag es ja gerne, wenn es stressfrei ist. So gerne ich auch koche, ich mach das eher, na ja, meditativ und in Ruhe. Hektik in der Küche mag ich gar nicht. Das schlägt nur auf den Magen und man will das gute Essen ja schließlich genießen können.

Niedriggarmethode

Garten mit 80 Grad

Wie gut, dass es die Nudel gibt! - Hausgemachte Pasta

Oh, Du liebste Nudel mein,
willst Du auf meinem Teller sein?

Ich hab Dich gern in meinem Bauch,
so wie viele and’re auch.

Kleines Wunder der Versielseitigkeit
so viele leckere Rezepte stehen uns mit Dir bereit.

Kurz oder lang, kalt oder warm,
Du kleiner Hochgenuss, den man immer essen kann.

In vielen Ländern kennt man Dich.
Auf Dich verzichten kann man nicht!

Ein Glück, dass man Dich erfunden hat,
denn Groß und Klein ist in die Nudel vernarrt.

Bringst uns alle an einen Tisch,
gemeinsam Kochen, Essen und Genießen,
so einfach und lecker, dafür lieben wir Dich!


Nudelteig

Heute geht’s um die Nudel, denn ich liebe Nudeln! Sie sind ja auch so vielseitig, und begnügen sich sowohl mit einem Dasein als Beilage, stehen aber auch als Pastagericht gern im Mittelpunkt. Ich glaube, meine Liebe zur Nudel wurde mir von meinem Papa, dem besten Papa der Welt, in die Wiege gelegt. Denn Nudeln waren in meiner Kindheit die Beilage zu nahezu allem. Von Leberkäs über Pfannenfleisch und Braten zu Grillhähnchen. Überall gab‘s „Nidalen“ dazu. Kein Wunder also, dass Schinkennudeln meine absolute Leibspeise ist.  Als ich vor einem Jahr meine Kitty (so nenne ich meine geliebte baiserfarbene KitchenAid) bekommen hab, hat es auch nicht lange gedauert bis in mir das Verlangen nach frischer Pasta aufkam. Ich hab mir die Pasta Walzen gegönnt und mein Papa, der beste Papa von allen, hat mir einen Unikat-Pasta-Trockner gemacht. Meine erste Pasta trocknete auf Kleiderbügeln (die ich natürlich vorher sauber gemacht habe) an den Türgriffen meiner Küchenschränke. Ich habe diverse Rezepte für den Teig ausprobiert und bin schließlich bei der Variante hängen geblieben, die ich Euch heute vorstelle.

Wie auch für meine Spätzle, verwende ich für den Nudelteig Spätzlemehl.  Leider ist das nicht überall zu bekommen aber als Alternative kann ich Euch auch das „Wiener Griessler“ empfehlen. Natürlich könnt Ihr für den Anfang auch normales Mehl verwenden. Das funktioniert erst mal genauso. Mit dem Spätzlemehl gelingen mir aber die besten Nudelergebnisse. Der Teig ist wunderbar elastisch und die Nudel hat nach dem Kochen ein tolles „Mundgefühl“.

Frische Pasta ist unschlagbar im Geschmack! Es lohnt sich wirklich sie selbst zu machen. Natürlich ist es zeitlich etwas aufwändiger, aber bei kleineren Mengen, für zwei Personen, nimmt es sich gar nicht so viel. Die Zeit holt man beim Kochen wieder rein. Wenn man den Teig oft durch die Walze lässt, kann man sogar auf die Ruhezeit verzichten. Gekocht sind sie schnell. Außerdem weiß ich was drin ist: Eier vom Bauern um die Ecke. Ich muss aber auch zugeben, dass die Kitty im Vergleich zu einer Nudelwalze mit Handkurbel natürlich einiges erleichtert. Bei der handbetriebenen Nudelwalze hat mir irgendwie immer eine Hand gefehlt. Eine für die Kurbel, eine zum Führen der Pasta und eine zum Auffangen. Dummerweise hab ich nur zwei Hände, die das zwar auch irgendwie geschafft haben, aber meine Kitty möchte ich wirklich nicht missen. Dennoch möcht ich auch diejenigen ermuntern, die keine Küchenmaschine haben. Das ist dann vielleicht nichts für jeden Tag aber Ihr müsst unbedingt ausprobieren, was für ein Genuss Pasta sein kann!

Pasta Walzen für KitchenAid

Noch kurz zu den Nudelvorsätzen für die KitchenAid. Das Set besteht aus einer Walze für Teigplatten und zwei Schneidewalzen. Einmal für Spaghetti und einmal für Tagliatelle. Ich betreibe die Vorsätze mit der niedrigsten Geschwindigkeit. Die Walze hat mehrere Stufen, wobei 1 die Gröbste ist. Damit knetet man den Teig einige Male durch, bevor man daraus stufenweise eine dünne Teigplatte walzt. Wie dünn, ist abhängig davon, was ihr damit machen wollt. Lasagne Platten walze ich nicht dünner als Stufe 5, Tagliatelle Stufe 4 und für Spaghetti Stufe 3. Mit Stufe 4 werden die Spaghetti schon recht fein, was aber je nach Soße auch das gewisse Etwas ausmachen kann. Auf mich wirken sie dann etwas „asiatisch“.

Spaghettimesser Tagliatellemesser und Walze

Nudelplatten trocknen

Selbstgemachte Spaghetti

NUDELTEIG

Zutaten:
50 g Hartweizengrieß
50 g Spätzlemehl
1 Ei

Pro Person rechne ich 100 g der Mehl/Grieß Mischung für den normalen Hunger. Bei zwei Personen mach ich je nach Soße den Teig manchmal auch von 300 g der trockenen Mischung, damit‘s noch was zum „Nachfassen“ gibt, weil‘s so gut schmeckt.

Salz gebe ich nicht in den Teig, wenn ich ihn in Salzwasser koche. Ich salze dafür mein Kochwasser ordentlich und zwar so, dass es leicht übersalzen zu sein scheint. Die Ausnahme sind Lasagne Blätter. Die werden nicht in Salzwasser gekocht, sondern direkt eingeschichtet. Da darf in den Teig gerne ein wenig gutes Kräutersalz.

Selbstgemachte Lasagneplatten

Die Zutaten werden einfach miteinander, in einer Schüssel mit dem Knethaken, verknetet. Bei der KitchenAid ist es empfehlenswert zuerst ein Ei in die Schüssel zu geben, dann die trockene Mischung und dann die letzten Eier. Wenn das Ei etwas größer war, kann es sein, dass der Teig zu feucht ist. Gebt dann einfach noch etwas Grieß dazu und knetet das unter. Der Teig soll nicht mehr kleben, sondern eher ledrig sein. Lasst ihn in einer Tupper oder eingewickelt in Frischhaltefolie für etwa eine halbe Stunde im Kühlschrank ruhen.

Meine Kitty

Der Pastateig wird nun in ungefähr golfballgroßen Portionen 5 – 6 mal durch die Walzen gelassen. Dabei wendet Ihr den Teig immer wieder im Grieß und arbeitet diesen somit unter. Das verbessert die Konsistenz der Nudeln. Ich streue einfach etwas Grieß auf der Arbeitsplatte aus und wende den Teig darin bevor ich ihn wieder durch die Walzen schicke. Das mach ich bis der Teig aufgebraucht ist. Dann wird die Walze gewechselt und die Teigplatten werden nacheinander durchgelassen. Fangt die geschnittenen Nudeln mit der Handkante, dem Stil eines Kochlöffels oder Stäbchen auf und hängt die Nudeln dann auf einen Trockenständer. Zwei Stäbchen haben den Vorteil, dass man die Nudeln leichter aufhängen kann, indem man die Stäbchen auseinander zieht und die Nudeln über die Stange hängt.

Selbstgemachte Spaghetti

Wenn Ihr die Pasta gleich kocht, braucht sie nicht lange. Einmal aufkochen, nochmal umrühren und die Nudeln können abgegossen werden. Wenn Ihr sie etwas trocknen lasst, brauchen sie wenige Minuten länger. Probiert einfach eine ab und an und Ihr wisst, wann sie fertig sind.

Und was gibt’s da jetzt dazu? Die Tagliatelle sind ja schon mit etwas Nussbutter (gebräunter Butter) traumhaft! Da braucht’s gar nicht mehr. Zu Spaghetti mag ich natürlich gerne Bolognese. Ein Klassiker. Am liebsten mit frischen, wirklich sonnenreifen Tomaten aus dem eigenen Garten (gibt’s leider nur im Sommer) oder mit meinem Gorgonzola-Rucola-Sößchen. Da schmeckt mir auch nur meine leichte Variante. Die muss ich Euch auch unbedingt mal vorstellen! Und „Aglio e Olio“ ist auch eine Wucht und und und … und mein Zitronenmelissen Pesto kennt Ihr ja bereits.

Ich wünsch Euch viel Freude und Spaß mit Eurer selbstgemachten Pasta und ganz viele Genussmomente!
Eure Marion


Schollenröllchen mit Pesto von der Zitronenmelisse gefüllt in Weißweinsauce

Fisch esse ich eigentlich recht gern. Ich muss aber gestehen, dass ich ihn mir meist auswärts gönne, in Restaurants oder als „Steckerlfisch“ auf der Dult. Mit Gräten kann ich nämlich überhaupt nichts anfangen. Da ist Steckerlfisch schon wirklich die oberste Ausnahme. Fragt aber lieber nicht, wie lange ich mit ihm beschäftigt bin oder welche „Temperatur“ er dann noch hat. Glücklicherweise bin ich da nicht so eigen.

Eine schöne Fischtheke reizt mich aber dann doch hin und wieder. Frisch und glänzend liegen sie da, in glitzerndem Eis, die unterschiedlichsten Arten. Wie frisch gefangen mit einem Hauch von Meer in der Luft. Das weckt in mir die Urlaubsstimmung und dann kann es passieren, dass so ein Fischpakerl in meinem Einkaufswagen landet. Die logische Folge ist natürlich, dass er dann auch zubereitet werden muss. Je nach Fisch merke ich dann, dass mir die Übung fehlt.

Ich lass mich gerne von den netten Damen und Herren an der Fischtheke beraten und diesmal wurde mir die Scholle ans Herz gelegt. Es sollte einfach mal etwas anderes auf den Tisch als Lachs, so lecker er auch ist. Und sie hatten Recht. Scholle ist ein recht dankbarer Fisch, weil sie nur diesen einen Wirbel in der Mitte hat. Fisch ohne Gräten find ich super.

Scholle

Es ist schon etwas her gewesen, dass ich dieses Rezept in einer Kochzeitschrift gesehen habe. Meine Bestände durchsuchen wollte ich ehrlich gesagt allerdings nicht. Im Hinterkopf schwirrte mir eh noch das Wichtigste an Zutaten herum und da ich ja kurz zuvor mein Zitronenmelissenpesto gemacht habe, stand der Entschluss für das Rezept schnell fest. Und so gibt es diesmal ein Fischrezept für Anfänger.

Als Beilage habe ich selbstgemachte Tagliatelle mit Nussbutter, also mit gebräunter Butter, gemacht. Ganz einfach aber überzeugend. Der Pasta möchte ich demnächst einen ausführlichen Artikel widmen, daher die Kurzzusammenfassung: Butter in der Pfanne schmelzen und bräunen lassen, währenddessen die Tagliatelle kochen und abgießen, dann in der Pfanne mit der Butter kurz schwenken und servieren. Natürlich passen zu diesem Rezept auch Reis, Kartoffeln oder Kartoffelpüree.

Gedämpfte Scholle mit Pesto in Weißweinsauce

REZEPT

Zutaten:
4 Schollenfilets
8 TL Zitronenmelissenpesto
8 Schnittlauchhalme
1 kleine Zwiebel
2x 1 TL kalte Butter
200 ml Weißwein (Müller Thurgau)
150 ml Brühe
1 leicht gehäufter TL Speisestärke
Zitronenpfeffer- und Salz
Schnittlauch zum garnieren

Es bedarf etwas Vorbereitung, aber das Zubereiten selbst geht dann sehr schnell. Wascht das Fischfilet unter kaltem Wasser und tupft es trocken. Sucht mit dem Finger den Wirbel und schneidet die Filetstreifen links und rechts davon ab. Die Haut habe ich mit einem scharfen Messer entfernt, da der Fisch nicht gebraten, sondern gedämpft wird. Wichtig ist ein scharfes, eher dünnes Messer. Versucht an einem Ende zwischen Fisch und Haut zu kommen. Haltet dann die Haut fest und schneidet mit leichten langen „Sägebewegungen“ ohne allzu viel Druck an der Haut entlang. Neigt das Messer dafür recht flach und leicht mit der Schneide nach unten. Wenn Ihr dann 8 saubere Filetstreifen habt, dann ist der Spuk vorbei und es geht schnell.

Schollenfilet mit Zitronenmelissenpesto

Jeder Filetstreifen wird mit einem Teelöffel Pesto bestrichen. Dann könnt Ihr sie aufrollen und mit je einem Schnittlauchhalm zusammenbinden. Ich hab mich für diese Variante entschieden, weil ich Angst hatte, dass mir der zarte Fisch vom Zahnstocher bricht oder mir beim Hineinstechen das Pesto herausquillt. Den Fisch hab ich wegen des Pestos nicht extra gewürzt.

Schollenröllchen mit Pesto und Schnittlauch gebunden

Die Zwiebel wird fein gewürfelt benötigt. Daher natürlich von der Schale befreien, das haarige Ende dran lassen und die Knolle halbieren. Schneidet senkrecht zum Strunk feine Streifen ein, aber nicht durch und anschließend quer feine Würfel abschneiden. Erhitzt eine Pfanne und lasst darin 1 Teelöffel Butter zergehen und heiß werden. Darin dünstet Ihr die Zwiebelwürfelchen glasig an. Gebt etwas Salz und Zitronenpfeffer dazu. Sie sollten aber nicht braun werden. Löscht die Zwiebeln mit dem Weißwein ab und gießt dann die Brühe dazu. Behaltet aber von der Brühe 1 – 2 Esslöffel zurück. In diesen Rest rührt Ihr die Speisestärke ein, bis keine Klumpen drin sind. Rührt die Speisestärkemischung dann langsam mit in die Pfanne und kocht die Soße auf. Lasst es ein wenig köcheln, bis Ihr merkt, dass alles leicht andickt. Das sollte nur wenige Minuten dauern.

Dreht dann die Hitze zurück auf eine niedrige Stufe, gebt den anderen Teelöffel kalte Butter in die Soße und verrührt alles, bis sich die Butter aufgelöst hat. Das bindet die Soße zusätzlich ab und gibt ein feines Aroma. Setzt die Röllchen in die Pfanne und legt den Deckel darauf. Die Röllchen ziehen schnell durch. Das erkennt Ihr daran, wenn sie weiß sind und nicht mehr glasig. Zu diesem Zeitpunkt sollte die Beilage also schon fertig sein. Manche mögen Fisch noch glasig in der Mitte. Ich muss das bei diesen Röllchen nicht haben. Sie waren höchstens 5 Minuten in der heißen Soße und sie waren wunderbar zart und nicht trocken. Wer einen glasigen Kern möchte, holt sie einfach früher heraus.

Beilage und Fisch miteinander anrichten, Soße dazu und mit etwas Zitronenpfeffer, Salz und Schnittlauch garnieren.

Da ich schon einen Müller Thurgau von Weinbau Landwehr in der Soße verwendet habe empfehle ich Euch diesen leckeren Weißwein natürlich auch zum Essen. Sehr fein!

Fröhliches Genießen wünsch ich Euch, bis zum nächsten Mal!
Eure Marion