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Zucchinischwemme # 5 - Sauer eingelegte Zucchini

Wenn man mit der Zucchini-Verwertung nicht mehr nachkommt, liegt es nahe, sie irgendwie haltbar zu machen. Dabei ist sauer einlegen und einkochen eine gängige Möglichkeit. In Bayern isst man ja gerne Brotzeit und sauer eingelegtes Gemüse passt dazu sehr gut. Meist in Form von Essiggurken. Aber warum Essiggurken kaufen, wenn das Gute liegt so nah? Ich sage Euch, die selbst eingelegten Zucchini schlagen jede gekaufte Essiggurke um Längen! Na gut, für Rindsrouladen werde ich wohl weiterhin Essiggurken kaufen. Aber für den puren Genuss haben wir jetzt viele Gläser mit den wunderbaren sauer eingelegten Zucchini in der Speis stehen.

Zucchini sauer einlegen

Ich habe viele Rezepte gelesen und es wurde viel auf unterschiedliche Art für Haltbarkeit gesorgt. Aber die Frage, ob das auch wirklich haltbar ist, hat mich beschäftigt. Ich möchte natürlich nicht in naher Zukunft viele Gläser wegwerfen müssen. Da kamen mir zwei alte Haushalts- und Kochbücher in den Sinn, die bei mir im Küchenregal stehen. Eines von 1927 und das Andere von 1960. Wenn die nicht gewusst haben, wie man etwas haltbar macht, wer dann? Beide Bücher enthielten zwar viele Tipps über das Einkochen, was mit der exakten Einhaltung genauer Temperaturen zu tun hat, aber wenig zum sauer einlegen. Und hinzu kommt noch, dass sie kein derart „neumodisches Zeug“ verwendet haben, wie ich. Man höre und staune: Schraubgläser. Sie springen vielleicht nicht auf diesen momentan angesagten Vintage-Look-Zug auf (den ich zugegebener Maßen auch gerne mag), aber sie sind zuverlässig und einfach in der Handhabung. Ich habe aber lange suchen und googeln müssen, bis ich eine Antwort auf meine Frage gefunden habe: Muss ich meine fertigen Schraubgläser nochmal einkochen um sie wirklich haltbar zu machen? Nein, nicht wenn die Gläser heiß befüllt wurden und sie nach dem Abkühlen ein Vakuum gezogen haben. Vakuum ist Vakuum. Wenn Vakuum da ist, braucht man keines mehr durch nochmaliges Einkochen erzeugen. Dass sich alle Einkochtipps auf die gängigen Spanngläser mit Gummiring beziehen, ist also kein Zufall, sondern hierfür wohl eher nötig. Ich lasse mich aber auch weiterhin gerne eines Besseren belehren.

Süß-saure Zucchini

Aber neben der, ich nenne es mal technischen Seite, des eingelegten sauren Gemüses, gab es natürlich wahnsinnig viele verschiedene Rezepte in Hinblick darauf, was denn mit in den Sud gehört. Und das teilweise enorm unterschiedlich. Jeder behauptet für sich unisono, dass man GENAU SO sauer einlegt. Wer aber nun glaubt, dass ich mich davon verwirren lasse, der kennt mich schlecht. Ich koche bei Rezepten eh immer mein eigenes Süppchen und halte mich nicht großartig an Rezepte. Außer vielleicht, wenn ich Eis mache oder backe. Aber selbst da gehe ich irgendwann eigene Wege und beginne zu variieren. Wäre ja sonst langweilig. Jedenfalls habe ich mir aus allen Rezepten das zusammen gesucht, was mir gefällt und einfach umsetzbar ist. Und, ich will mich nicht in die Reihe derer stellen, die ebenso unisono behauptet, dass ‚man genau so‘ sauer einlegt. Nein. Aber ICH lege Zucchini jetzt ‚genau so‘ ein. Der Geschmack ist auf meiner Seite und ich bin mit dem Ergebnis mehr als zufrieden. Ein gelungenes Experiment und auf gelungene Experimente bin ich immer ganz besonders stolz. Und das liegt an meiner Geheimzutat, die ich jetzt nur Euch verrate: Zimt. Nur eine Messerspitze! Nicht mehr. Er rundet den Sud, der süß und sauer ist, wunderbar mit einer leichten herben Nuance ab. Es ist nicht mehr als der Gedanke beim Essen ‚Da ist noch etwas was ich kenne, aber was?‘ und weiter kommt man gar nicht mit der Überlegung, weil sich die Aromen auf der Zunge schon zu einem Ganzen zusammen geschlossen haben. Ich liebe so etwas! Dieses, ein bisschen darüber nachdenken, welche Aromen da auf der Zunge spielen. Man schmeckt und genießt dann bewusst. Auch das bisschen Vanille unterstützt diesen bewussten Genuss. Sie bringt eine ganz leichte muffige Note mit, was jetzt erstmal negativ klingt, aber das ist es gar nicht.

Ich könnte jetzt weiter schwärmen. Mit einem Parfüm möchte ich den Sud nicht vergleichen, das wäre übertrieben. Und ‚Komposition‘ klingt mir auch zu hochgestochen. Aber es ist definitiv eine schöne Aromen-KomBINAtion. Passt auf: Ein fruchtiger Essig und Zucker sind eine leichte, frische und fruchtige süß-saure Basis. Dann kommen Senfkörner und Lorbeer dazu. Ätherische Öle, die die Basis unterstützen, ebenso der Kurkuma. Er färbt nicht nur, sondern ist etwas herb-fruchtig und dabei mildwürzig. Pfefferkörner bringen ein wenig Pepp in die Geschichte. Abgerundet wird alles mit einer subtilen Spur Vanille; mild und vielleicht ein wenig muffig-blumig und einer herben Idee Zimt. Zum Schluss stubst das Salz alle Aromen noch einmal an. Wunderbar. Jetzt wisst Ihr bereits, was alles drin ist und vielleicht habe ich es auch geschafft, Euch Lust auf dieses Rezept zu machen. Ich spanne Euch nicht lange auf die Folter.

Eingelegte Zucchini zur Brotzeit

Zucchinischwemme # 4 - Locker fluffiger und saftiger Zucchini-Walnuss-Kuchen

Also das ist wieder ein richtiges Zucchini-Highlight! Dieser Kuchen ist so wunderbar fluffig und saftig; ich bin ganz hin und weg! Der macht süchtig. Eindeutig!

Zucchini Walnuss Gugl
 
Zucchini in Kuchen zu verarbeiten, dürfte für viele kein neuer Gedanke mehr sein. Gemüse und Süß kennt man schon vom Möhrenkuchen oder Rüblikuchen. Geraspelt unter den Teig gemischt und mitgebacken, macht dieses wunderbare Gemüse den Kuchen schön saftig und zart. Aber ich will hier auch nicht das Rad neu erfinden. Dennoch habe ich es bis jetzt nie ausprobiert. „Never change a winning Team“ dachte ich mir. Kuchen ist auch ohne Gemüse top! Aber ebenso heißt auch, dass Gelegenheit Diebe macht. Nun, ich habe jetzt die Gelegenheit und zwar in Form von fleißig wachsenden Zucchini in meinem Garten. Und was ich stehle? Vielleicht ein klein wenig die uneingeschränkte Treue in meine Standardrezepte. Wobei das Eine nicht das Andere ersetzen muss. Vielmehr ist der Zucchinikuchen eine willkommene Erweiterung und darüber bin ich immer froh. Mit den eigenen Klassikern ist das nämlich so eine Sache. Man vergisst manchmal sogar über den Tellerrand zu schauen. Erst wenn man dazu gezwungen ist fällt einem auf, dass es hinter dem Horizont weiter geht. Und das ist auch gut so. Verdammt gut! Darüber, dass ich diesen Zucchini-Nuss-Kuchen entdeckt habe, bin ich richtig happy!

Meine Entscheidung fiel auf eine Kombination mit Nüssen. Genauer gesagt Walnüsse, denn davon habe ich auch noch einen ganzen Korb aus dem elterlichen Garten zu Hause stehen. Passt also wunderbar. Natürlich könnt Ihr auch andere Nüsse verwenden. Was Ihr mögt oder gerade da habt. Es macht sich auch sicher gut, die Nüsse durch Schokostreusel zu ersetzen. Das möchte ich auf jeden Fall auch noch ausprobieren. Ich glaube, wenn in diesem Kuchen auch noch Schokolade drin ist, bin ich so hin und weg, dass man mich gar nicht mehr ansprechen braucht.

Zucchini Walnuss Kuchen

Luftiger Kuchen

Einen großen Vorteil hat das Backen mit Öl im Gegensatz zu Butter ja auf alle Fälle. Man kann spontan backen, ohne darauf warten zu müssen, dass die Butter weich wird. Was, erstaunlicherweise, auch bei diesem tropischen schwülen Wetter der letzten Wochen dauert. Mir war das anfangs nämlich etwas unsympathisch und ich wusste nicht so recht, ob mir ein Kuchen mit Öl gefällt. Öl statt Butter? Aber, das Resultat ist super und es fehlt mir kein Buttergeschmack.  Das war also schon der zweite Blick über den sommerlichen Horizont. Zurzeit regnet es ja allerdings leider immer wieder. Ich hoffe der Sommer noch einmal zu uns zurück!

Gugelhupf

Das Rezept passt sowohl für eine Kastenform als auch für einen Guglhupf. Wobei der dann doch nicht ganz voll wird. Ich hab den Kuchen auch schon mit Zutaten hochgerechnet auf vier Eier gebacken. Da ich aber das Backpulver bei einem Päckchen belassen habe, war er nicht ganz so locker. Aber trotzdem lecker! Fluffig ist mir aber lieber und daher bleibe ich doch lieber bei der kleineren Menge oder werde nächstes Mal noch Backpulver dazu geben. Ich hatte 350 g Zucker, 4 Eier, 1 Pk. Backpulver, 180 ml Sonnenblumenöl, 1,5 TL Zimt, 300 g Zucchini, 140 g Walnüsse und 350 g Mehl verwendet. Vorstellen möchte ich Euch aber die saftige, lockere und fluffige Variante.

KitchenAid in Aktion

Zucchinischwemme # 3 - Zucchini-Antipasti

Gemüse-Antipasti. Eigentlich ist das Teil einer italienischen Vorspeise. Aber diese Vorspeise hat sich fest in unsere Genussherzen gesetzt und man isst sie hier nicht nur gerne als Auftakt zum Hauptmenü. Ja, sie spielen hier auch gerne die Hauptrolle. Bei einer, ich sage mal „mediterranen Brotzeit“. Weitere gern gesehene Nebendarsteller dieser Aufführung sind noch leckere Kleinigkeiten, wie Oliven oder guter luftgetrockneter Schinken und würzige Salami. Gerne auch ein wenig „Caprese“ und gutes, frisches Weißbrot dazu. Aber auch als Nebendarsteller eines schönen gegrillten Steaks kommt Antipasti ganz groß raus. 

Zucchini Antipasti selber machen

hausgemachte Antipasti aus Zucchini

Selbst gemachte Antipasti laufen der gekauften Variante eindeutig den Rang ab. Was man da bekommt, ist zwar durchaus annehmbar, doch meistens so vollgesaugt mit Öl, dass gegrillte Zucchini oder Aubergine und Co. oft nur als öliger, undefinierbarer Schwamm daher kommen. Wie würde Euch zum Beispiel ein wenig mehr Variation in der Gemüseauswahl gefallen? Die Klassiker sind Zucchini, Aubergine, Champignons,  Paprika und Artischocke. Aber diese „Machart“, dieses Rezept, funktioniert mit nahezu jedem Gemüse. Ja, gerade Karotten sind ganz besonders lecker. Sie bringen eine leichte Süße mit. Sogar mit Knollensellerie kann man auftrumpfen. Denn dergleichen haben viele noch nicht gegessen. Ihr werdet positiv überrascht sein, da bin ich mir sicher!

Verschiedene Antipasti selbst gemacht

Jetzt kommt das ganz große Aber: ABER heute stehen selbstverständlich Zucchini im Mittelpunkt. Denn Zucchini sind lecker (sonst hätte ich sie nicht angepflanzt), sie haben gerade Saison und … na ja, sie müssen weg. Ich will mich hier gar nicht beschweren, nein, keineswegs. Ich bin immer noch richtig stolz auf meine Pflanzen und die Ernte. Aber während ich jetzt für Euch den (erst) dritten Blogbeitrag fertig habe, wird Zucchini hier nahezu in jedem Essen verwertet. Aber nicht alles ist „genussküchentauglich“. Ihr müsst jetzt genauso durch die Zucchinirezepte durch, wie ich. Aber so schlimm ist es nicht, oder? Noch haben wir Spaß! Spaß beim Ernten, Zubereiten und Essen.

Zucchinischwemme # 1 – Sommerliche Pasta mit Zucchini und Walnüssen

Ja, ich weiß. Das letzte Rezept ist schon etwas her und ich behandle meinen Blog gerade ziemlich stiefmütterlich. Aber wie es manchmal so ist, schieben sich immer wieder andere Projekte dazwischen, nicht zuletzt der Garten. Und Musenküsse haben auch auf sich warten lassen. Aber jetzt melde ich mich dafür mitten in der bekannten Zucchinischwemme zurück.

Pasta mit Zucchini

Sechs Pflänzlein habe ich liebevoll aufgezogen und neben Kohl und Kartoffeln in mein neues Hochbeet gepflanzt. Im Gegensatz zu meinem Versuch letztes Jahr, sie in Töpfen zu ziehen, wachsen sie mir dieses Jahr regelrecht über den Kopf. Ich kann somit bestätigen, dass Zucchini Starkzehrer sind, denn ich schreibe das der frischen Erde und der extra Gabe Kompost zu Gute. Aber, ich bin richtig stolz darauf und freue mich über jede Frucht, mit der mich meine Pflänzchen ausgewachsenen immer noch wachsenden Pflanzen beglücken. Dennoch bleibt die Frage: Was damit anstellen? Montag bis Sonntag Zucchini mit Zucchini zum Frühstück, Mittag- und Abendessen? Oder doch etwas auf Vorrat? Ich habe einfach ganz banal mit einem Pastagericht angefangen.

Hier kommen aber nicht nur meine Zucchini zur Geltung. Ich habe auch noch vom letzten Herbst einen großen Korb Walnüsse aus dem Garten meiner besten Eltern, derer ich auch irgendwann mal Herrin werden möchte. Und ich habe festgestellt, dass Zucchini und Walnüsse ganz toll zusammen passen. Außerdem hat sich eine kleine erlesene Auswahl von Paprika dazu gesellt. Die kleinen roten Zipfel nennen sich „Rote Augsburger“. Ihr könnt sicher nachvollziehen, dass ich diese Pflanze als gebürtige „Augschburgerin“ haben musste. Für ein leichtes Prickeln sorgt eine „Sweet Wrinckled Old Man“. Eine Chili-Sorte, die ich nicht mehr missen mag. Sie ist nicht so scharf und hat ein fruchtiges und leicht süßliches Aroma. Es hätten auch zwei sein dürfen. Aber bei der Schärfe entscheidet Ihr mal lieber selbst.

Paprika Rote Augsburger und Chili Sweet Wrinckled Old Man

Tom Ka Gai auf meine Art

In diese Suppe könnt ich mich reinlegen! Am liebsten in einer ganzen Badewanne voll damit. Sie ist frisch durch das viele Gemüse und den Zitronenaromen, leicht cremig durch die Kokosnuss und Nudeln sind auch drin! Das ist meine Variante, die mit Nudeln. In meinem Lieblings Thai Imbiss gibt es eine Portion Reis dazu. Ich mag Reis sehr gern, aber Nudeln noch lieber. Nudeln sind unschlagbar!

Diese Suppe ist höchstwahrscheinlich alles andere als „original“, aber was ist schon original? Ich habe drei Thai-Kochbücher in meinem Regal stehen und die Rezepte unterscheiden sich alle von Buch zu Buch. Dieses Rezept hier ist meine Interpretation, das Beste aus drei Rezepten plus meiner persönlichen Note. Ich hoffe es gefällt Euch!

Thailändische Suppe

Wie bei vielen Gerichten, bei denen man etwas inhaltliche Abwechslung möchte, habe ich auch hier ein kleines  Mengendilemma. Das Rezept macht schon einen guten Topf voll und reicht für 6 Portionen, aber auf die leckeren Dinge möchte ich nicht verzichten. Da ist zartes Hähnchenfleisch drin, knackiger Thaibrokkoli und Spargel, würzige Shiitake Pilze und fruchtig-frisch-süße Paprika. Das ist eh schon das Minimum! Diese kleinen Maiskölbchen zum Beispiel, machen sich auch immer sehr gut in Thaigerichten oder süße Zuckerschoten oder oder oder … Statt Hähnchen könnt Ihr selbstverständlich auch anderes Fleisch in der Suppe garen oder Fisch oder Garnelen. Es ist dann halt keine Tom Ka Gai mehr sondern eine Tom Ka … hm, wer übersetzt mir das?

Zutaten für Tom Ka Gai

Jedenfalls halte ich mich mit den Zutaten eh schon zurück, aber dass bei zwei Personen etwas übrig bleibt, lässt sich nicht vermeiden. Nach dem Essen steht der Topf mit seinem leckeren Inhalt den ganzen restlichen Abend lang in der Küche um abzukühlen und ich muss zwangsläufig immer wieder drum herum schleichen und naschen. Hier ein bisschen Nudeln schlürfen, da ein Gemüschen oder Hähnchen stibitzen. Dass sie dann nur noch lauwarm oder sogar kalt ist, stört mich bei so leckeren Dingen wenig. Ich bin da eh eher schmerzfrei. Kalte Pizza, Flammkuchen, Dim Sum, Frühlingsrollen, usw. sind der Hit!

Der Duft von Wald in meiner Küche - Rahmschwammerl mit Semmelknödel

Wie geplant, hatte ich von meinem Krustenbraten Semmelknödel übrig. So kam bei uns ein weiteres klassisches Herbstgericht auf den Tisch: Rahmschwammerl mit Semmelknödel. Ich esse das sehr gerne, wenn es gut zubereitet ist. Aber es ist auch eines der Gerichte, das ich so gut wie nie in einem Restaurant bestelle. Oft liegt es schon am Semmelknödel, der nicht gut ist und da mag ich über das Pilzragout gar nicht erst sprechen. Ja, ich bin da sehr eigen, auch weil ich überhaupt nicht nachvollziehen kann, was an diesem Gericht so schwer ist. Das ist ein ganz simples Rezept und wahnsinnig lecker!

Pilzragout mit Semmelknödel

Pilze sind wirklich toll oder zumindest haben sie sehr viel Potential. Wenn ich Rahmschwammerl mache, dann möchte ich viel Abwechslung auf meinem Teller. Frisch aus dem Wald sind sie natürlich unbeschreiblich toll. Leider hatte ich bislang nur einmal die Gelegenheit, jemanden beim Pilze suchen zu begleiten, der sich auskennt. Das war ein schöner Morgen im Wald. Die Stille, die gute Luft und das Knirschen unter den Füßen und ein Korb, der sich langsam füllt. Wie bei Rotkäppchen, nur ohne den bösen Wolf. Selbst gesammelt schmecken sie natürlich nochmal besser, aber alleine trau ich mich ehrlich gesagt nicht. Ich hab mir zwar ein Buch zur Pilzbestimmung gekauft, aber das steht jetzt neben Krimi, Romanen und Co. im Bücherregal, denn die Unsicherheit bleibt. Maronen wären wohl auch die Einzigen, die ich mit ziemlicher Sicherheit erkennen würde. Sie haben eine sehr charakteristische Eigenschaft: Die weißgelblichen Röhren an der Unterseite des Hutes färben sich auf Druck blau. Der Marktfreitag ist da für mich eine wirklich tolle Alternative, denn die Produkte sind frisch und haben eine sehr gute Qualität. Auch die Schwammerl sind eine Wucht. Sie sind so frisch, als hätte man sie selbst im Wald gesammelt. Es gibt eine schöne Auswahl, sie duften genauso herrlich nach Wald und frischer Luft, Erde, Moos und Bäumen und leicht würzig. Aber vor allem weiß ich, dass ich sie essen kann!

Pilze frisch vom Markt

Gekauft hab ich eine schöne große Rotkappe, Steinpilze, Kräuterseitling und Pfifferlinge oder Reherl, wie man sie hier bei uns nennt. Die Rotkappe kannte ich auch noch nicht. Sie hat einen tollen Geschmack und eine ebenfalls interessante Eigenschaft, denn sie verfärbt sich schwarz, wenn man sie schneidet. Von dem schönen kräftigen Gelborange der Pfifferlinge bin ich auch immer wieder begeistert. Und jeder duftet anders. An den frischen Pilzen könnte ich stundenlang riechen.

Pfifferling, Kräuterseitling, Rotkappe, Steinpilz

Ich muss zugeben, dass das Putzen der Pilze eine kleine Strafarbeit ist. Vor allem die Pfifferlinge. Es gibt verschiedene Methoden, Pilze zu säubern. Man kann sie mit einem Pilzbürstchen abkehren und die eine oder andere Stelle mit einem leicht feuchten Küchentuch nachwischen, oder mit einem Messerchen säubern. Das ist wohl die aufwändigste Möglichkeit, aber für den späteren Geschmack die Beste. Man kann die Pilze auch mit Mehl bestäuben. Das bindet den Dreck. Aber das Mehl muss auch wieder runter – mit dem Dreck. Dazu kann man die bemehlten Pilze ganz kurz in Wasser waschen. Das Mehl wirkt wie Schmirgelpapier und entfernt den Dreck sehr gut und durch das Mehl können die Pilze nicht ganz so viel Wasser aufnehmen. Aber etwas eben schon und man muss sehr schnell arbeiten und sie auch sofort gut abtrocknen. Diese Möglichkeit würde ich höchstens anwenden, wenn ich sie hinterher in einer Suppe, Risotto oder dergleichen verarbeite. Ich plane also lieber etwas Zeit ein und bürstel meine Pilze gemütlich ab. Das hat dann schon fast etwas Meditatives.

Mein Rezept für die Semmelknödel habe ich Euch das letzte Mal gemeinsam mit dem Krustenbraten vorgestellt. Ihr könnt es hier nachlesen: „Rescher Krustenbraten, herzhaft und saftig in dunkler Weißbiersoße mit Semmelknödel und Sauerkraut“.

Semmelknödel zu Pilzrahm

REZEPT

Zutaten:
ungefähr 1kg gemischte Pilze
1 Zwiebel
1 Zehe Knoblauch
Etwas Butterschmalz
Ein Bund Petersilie
Sherry 4 – 6 EL
2 EL Mehl
500 ml Brühe
140 g Frischkäse
Evtl. etwas Milch
Etwas Zitronensaft
Salz, Pfeffer, Muskat

Pilzmischung für Rahmschwammerl

Viererlei Pilze

Die Pilze sind natürlich das Wichtigste. Die müsst Ihr als erstes putzen und die trockenen Enden abschneiden. Dann könnt Ihr sie klein schneiden. Ich mag es, wenn man die Pilze im Teller noch erkennt und schneide sie daher nicht zu klein. Die zarten Pfifferlinge zupfe ich nur etwas auseinander. Ihr könnt das handhaben, wie es Euch gefällt. Zwiebel und Knoblauch werden geschält. Die Zwiebel schneidet Ihr in feine Würfelchen und die Knoblauchzehe muss fein gehackt werden. Ob Ihr glatte oder krause Petersilie verwenden wollt, könnt Ihr entscheiden. Sie muss jedenfalls abgebraust und gut trocken geschüttelt werden. Die Blätter hacke ich grob und die Stängel fein. An denen ist nichts falsch und man kann sie ebenfalls verwenden.

In einer heißen Pfanne bratet Ihr die Pilze nun in etwas Butterschmalz in kleinen Portionen kurz an. Die angebratenen Pilze könnt Ihr in einer Schüssel oder auf einem Teller zwischenlagern. Das ist wichtig, denn aus den Pilzen tritt Wasser aus und wenn zu viele auf einmal in der Pfanne sind, verdampft das Wasser nicht schnell genug, sondern die Pilze kochen darin. Das ist nicht so schön. Wenn alle Pilze angebraten sind, werden noch die Zwiebelchen glasig gedünstet und der Knoblauch ebenfalls angebraten. Dann können alle Pilze wieder zurück in die Pfanne. Bestäubt alles mit dem Mehl, mischt es und lasst es kurz etwas mit angehen. Das verhindert, dass die Soße später nach Mehl schmeckt.

Wenn alles wieder schön heiß ist und brutzelt, löscht Ihr mit Sherry ab. Er passt ganz wunderbar zu Pilzgerichten. Dann gießt Ihr mit Brühe auf und lasst alles einmal aufkochen. Statt Sahne verwende ich gerne Frischkäse für die Soße. Er sorgt zusätzlich dafür, dass die Soße Konsistenz bekommt und die Frische tut den Pilzen gut. Verrührt ihn gut, dass er sich schön in der heißen Pfanne auflöst. Wenn Euch die Soße zu dick wird, könnt Ihr sie mit etwas Milch strecken. Lasst alles etwas auf niedriger Temperatur köcheln und schmeckt es mit Salz, Pfeffer, etwas Muskat und Zitronensaft ab. Dann rührt Ihr noch kurz die Petersilie unter und könnt schon servieren und zum Essen rufen.

Pilzrahmragout mit Semmelknödel

Habt viel Spaß beim Pilze suchen, egal ob im Wald oder auf dem Markt und lasst es Euch schmecken!
Guten Appetit Ihr Lieben und viel Genuss beim Essen!
Eure Marion


Rotes Thai-Curry mit gerösteten Cashewnüssen ...mmmhh

Leider ist mir ein Missgeschick passiert was dazu geführt hat, dass mir mein Artikel für dieses Rezept abhandengekommen ist. Und nachdem auch keine Sicherungskopie vorhanden war, gibt es heute eine Neuauflage meines Thai-Currys für Euch. Glücklicherweise kommt dieses Gericht bei uns häufig auf den Tisch und so bin ich nicht aus der Übung gekommen. Außerdem stelle ich Euch einen wunderbaren Wein zu diesem Gericht vor, den ich letztes Jahr noch nicht kannte.

Rezept für rotes Thaicurry

Es ist eines der flexibelsten Gerichte in Zutaten und Schärfe, daher habe ich leider kein Rezept mit genauen Angaben. Was in mein Thai-Curry kommt hängt immer davon ab, was ich an Zutaten bekomme. Je nachdem gibt es dann eine eher „originale“ Variante oder eine „eingedeutschte“ (wie man sie leider in vielen China-Buffet-Restaurants bekommt). Ich kann Euch aber versichern, dass es sich wirklich lohnt in einem Asia-Geschäft einzukaufen. Mit den dort erhältlichen authentischen Zutaten erreicht Ihr einen noch größeren Genuss.

Für meine Variante des Thai-Currys verwende ich selten Fleisch. Die scharfe Soße mit dem leckeren exotischen Gemüse und den knusprigen gerösteten Cashewnüssen hat so viel Geschmack und ist für sich eine runde Sache. Das Tolle ist aber, dass alles an Fleisch und Fisch dazu passt. Ihr braucht also nicht darauf zu verzichten. Wenn Ihr für Gäste kocht könnt Ihr zum Beispiel  das Gemüsecurry als „Basis“ servieren und Fleisch und Fisch extra als „Einlage“ anbieten. Nebenbei; der schwere Gusseiserne Wok wirkt auf dem Tisch auch sehr dekorativ. Schneidet Fisch und Fleisch in mundgerechte Stücke und würzt sie mit etwas Fischsoße und ein wenig Zucker. Lasst das für ungefähr eine halbe Stunde marinieren und bratet es dann separat in einer Pfanne oder dem Wok in ein wenig heißem Öl an. Um Euch zeitlich zu entlasten könnt Ihr auch den Ofen zum Warmhalten nutzen.

An Zutaten gibt es eine große Auswahl, die sich gerne in meinem Wok tummelt. Im Asia-Geschäft kaufe ich zum Beispiel gerne Thaibrokkoli, Babymaiskölbchen, Thaispargel, Zuckerschoten, Thaischnittlauch, Bambusscheiben aus der Dose oder Sojasprossen und was mich sonst gerade anspricht und vorhanden ist. Ich probiere auch gerne Neues aus und lasse mich mit den Zutaten beraten. So entdeckt man immer wieder neue exotische Aromen. Ansonsten passt auch Paprika, Zucchini, Karotte, Blumenkohlröschen und Pilze dazu. Man hat also schon ein wenig die Qual der Wahl, außer man möchte eine ganze Kompanie verköstigen. Was aber auf keinen Fall fehlen darf ist Koriander. Ich liebe Koriander! Ich weiß, dass sich da die Geister scheiden. Doch für mich ist er das Pendant zu Petersilie, also quasi die „Liebe“ in der Küche und an leckeren Gerichten. In Thai-Curry ist Petersilie aber ein schwacher Ersatz, denn abgesehen vom Geschmack ist vom Koriander alles verwendbar, auch die Wurzeln. Fein gehackt geben sie einen würzig-nussigen Geschmack, der sich mit den gerösteten Cashewnüssen wunderbar abrundet.

Rotes Thai-Curry mit Kokosnussmilch, Gemüse und gerösteten Cashewnüssen

Nun möchte ich Euch das Rezept nicht länger vorenthalten.

REZEPT

Zutaten:
für ungefähr 2 – 3 Personen
Kokosnussmilch, ungeschüttelt (abhängig von der Gemüsemenge, ca. 1 Dose für 1 – 2 Personen)
1 Knoblauchzehe (3 – 4 bei einer größeren Menge)
Ingwer, ein daumengroßes Stück
Ein Bund Koriander mit Wurzeln
1 EL Tomatenmark
½ EL rote Currypaste oder Pulver (je nach Schärfewunsch)
Fischsauce, Sojasauce und etwas Zitronensaft
Cashewnüsse (ungefähr eine Hand voll)
div. Gemüse (s. o. vierten Absatz) (Ungefähr 3 - 5 verschiedene Sorten für 2 – 3 Personen, mengenabhängig)

Röstet die Cashewnüsse im Wok ohne zusätzliches Öl bei mittlerer Hitze unter rühren, damit sie nicht verbrennen. Wenn Sie goldbraun sind, holt Ihr sie heraus und legt sie beiseite.

Wascht, putzt, schält und trocknet das Gemüse. Hier ist es wichtig auf die Garzeiten zu achten. Damit alles hinterher gleich bissfest ist, muss Gemüse das länger braucht etwas kleiner/dünner geschnitten werden als solches, das schneller durch ist. Bei Thaibrokkoli bietet es sich an die Blätter vom Stil abzuschneiden, in grobe Streifen zu schneiden und diese zuletzt mit in den Wok zu geben. Schneidet den Knoblauch in feine Scheiben und den Ingwer in dünne Streifen. Wenn Ihr etwas die Schärfe aus dem Ingwer nehmen möchtet, dann legt ihn bis zum Einsatz in eine kleine Schüssel mit Wasser. Schneidet vom Koriander die Wurzeln ab und hackt sie sehr fein, die Stängel nur klein und die Blätter grob. Gemüse aus der Dose, wie Bambussprossen oder manche Thaipilze, müsst Ihr natürlich abgießen und gut abtropfen lassen. Ich spüle es gerne mit klarem Wasser ab. Sammelt das Gemüse getrennt voneinander, damit Ihr es der Garzeit entsprechend nacheinander in den Wok geben könnt. Das braucht zwar etwas Platz aber dafür kann man größere Mengen auch gut vorbereiten.

Im Wok 1 – 2 Esslöffel der festen Kokosnusscreme, die sich in der Dose abgesetzt hat, ohne zu rühren erhitzen. Sie ist ideal zum Anbraten. Wenn diese Creme zerlaufen ist, Bläschen wirft und sich der Rand anfängt braun zu färben könnt Ihr loslegen. Gebt Korianderwurzeln und Knoblauch in den Wok und bratet beides bei mittelhoher Temperatur an. Röstet dann das Tomatenmark und die rote Currypaste kurz mit an, bevor Ihr das Gemüse nacheinander zufügt und ebenfalls anbratet. Zuerst Dinge wie Thaibrokkoli, dann Mais, Bambusscheiben, Pilze, Zuckerschoten und Thaispargel.

Ist alles Gemüse in der Pfanne, gebt Ihr die restliche Kokosnussmilch dazu und verrührt sie gut, bis sich Tomatenmark und Paste aufgelöst haben und Ihr eine homogene Sauce habt. Erhöht kurzzeitig die Temperatur, damit alles einmal aufkocht und lasst es dann bei niedriger bis mittlerer Temperatur köcheln, bis das Gemüse gar aber knackig ist. Schmeckt mit Fischsauce, Sojasauce und Zitronensaft ab.

Kurz vor dem Servieren verteilt Ihr die grob gehackten Korianderblätter auf dem Curry. Dazu passt natürlich Reis als Beilage sehr gut.

Eine Weinempfehlung möchte ich Euch aber nicht vorenthalten. Zu asiatischen Gerichten und gerade zu einem Curry passt ein Gewürztraminer hervorragend. Am liebsten ist mir der Gewürztraminer vom Weingut Trockene Schmitts. Ich kann nur jedem raten diese Weine zu probieren! Sonst entgeht Euch etwas. Viele ziehen die Nase kraus, wenn sie „trockenen Wein“ hören, aber lasst Euch darauf ein, denn diese Weine sind bekömmlich und so ganz anders da sie völlig durchgegoren wurden. Nicht staubig oder säuerlich sondern frisch, fruchtig mit einem klaren Geschmack der jeweiligen Sorte, wie ein Gebirgsbach. Ihr Gewürztraminer mit seiner feinen und klaren Würze und dem Hauch von Rose runden dieses Gericht wunderbar ab. Da kann man wirklich nur von Genuss und einer perfekten Kombination sprechen!

Sollte es Euch mal nach Franken verschlagen, dann schaut in Randersacker vorbei und besucht nicht nur das Weingut, sondern auch das Restaurant mit einer wunderbaren leckeren Küche!

Viel Freude beim Nachkochen und Genießen!
Eure Marion